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Ratgeber

SHL Test 2026: Verify G+ und OPQ erklärt

SHL Test 2026: So laufen General Ability (Verify G+), die interaktive Version und der OPQ ab – mit eigenen Übungsaufgaben, Lösungen und einem 7-Tage-Plan.

Der SHL Test ist ein Online-Assessment des Testverlags SHL, das du im Browser über die Plattform SHL TalentCentral bearbeitest. Im deutschsprachigen Bewerbungsprozess begegnen dir meist drei Bausteine: der Fähigkeitstest General Ability bzw. "Allgemeine Fähigkeiten" (30 gemischte Multiple-Choice-Aufgaben in 36 Minuten), seine interaktive Variante (bis zu 24 Aufgaben zum Ziehen, Tippen und Einstellen in 36 Minuten) und der Persönlichkeitsfragebogen OPQ (104 Dreierblöcke, ohne Zeitlimit, etwa 15–25 Minuten). Hier erfährst du, wie die Tests auf dem Bildschirm aussehen, welche Aufgabentypen drankommen, wo die Fallen liegen und wie du dich in einer Woche vorbereitest.

Auf einen Blick

Allgemeine Fähigkeiten (Multiple Choice)
Plattform
SHL, TalentCentral
Misst
numerisches, deduktives, induktives Denken
Aufgaben
30
Zeit
ein Countdown über 36:00
Antwortformat
Radiobuttons, immer 5 Optionen; kein Zurück
Adaptiv
ja, laut SHL
Allgemeine Fähigkeiten (interaktiv)
Plattform
SHL, TalentCentral (auch mobil)
Misst
dieselben drei Bereiche
Aufgaben
bis zu 24 (laut SHL)
Zeit
36:00-Countdown, davor ein Tipps-Screen
Antwortformat
Färben, Ziehen, Kalendertage; kein Zurück
Adaptiv
laut Dritten ja, von SHL nicht bestätigt
OPQ32r
Plattform
SHL, TalentCentral
Misst
32 berufsbezogene Persönlichkeitsskalen
Aufgaben
104 Blöcke à 3 Aussagen
Zeit
kein Zeitlimit
Antwortformat
Rangfolge mit zwei Klicks; Zurück möglich
Adaptiv
nein

So sieht der SHL Test aus

General Ability / Allgemeine Fähigkeiten (Multiple Choice)

Du bekommst einen einzigen Block mit 30 Fragen ("Frage 1" bis "Frage 30") ohne Abschnitte. Die Aufgabentypen sind bunt gemischt – du springst also ständig zwischen Rechnen, Logik und Figuren:

  • Deduktive Logik: ein paar Fakten, dann "Welche Aussage muss wahr sein?" oder "Welche Aussage kann nicht wahr sein?".
  • Argumentation: ein kurzer Gedankengang, dann "Welche Annahme liegt der Argumentation zugrunde?" oder "Welche Aussage, falls sie wahr ist, bekräftigt die Argumentation?".
  • Numerisch: Textaufgaben (Prozente, Zinseszins, Arbeitsleistung, Aufschläge) und Tabellen.
  • Schritt-Aufgaben: eine Liste "Schritt 1 … Schritt N" mit einer Schleife ("Falls unter X, zu Schritt 1 gehen"), dann "Welcher Anfangswert ergibt das größte Ergebnis?".
  • Figuren: 3×3-Matrizen, Folgen aus Rahmen mit inneren Formen, Kreise mit Sektoren, Stern- und Rautenmuster.

Oben in der Mitte läuft eine grüne Uhr (bei Frage 1 stand sie auf 35:59), darüber ein grüner Balken, der sich leert. Unten siehst du, wie viele Fragen du beantwortet hast ("0 von 30"). Bei Textaufgaben steht der Sachverhalt links, Frage und Optionen rechts; bei Figuren ist die Abbildung oben und die fünf Bildoptionen darunter. Es gibt nur einen Pfeil nach vorn – keinen Zurück-Button.

Zwei Details solltest du kennen: Tabellenaufgaben sind oft so lang, dass du scrollen musst (dann verschwindet die Fragenummer aus dem Bild), und zwei Fragen können denselben Datensatz nutzen. 36 Minuten für 30 Fragen heißt: 72 Sekunden pro Frage im Schnitt.

Die interaktive Version

Vor dem Start erscheint ein Screen "Testtipps". Sinngemäß steht dort: "Werktage" sind Montag bis Freitag; bei Fragen mit einem 30-Tage-Kalender kannst du bis zu 5 Tage auswählen; ein Tortenstück lässt sich nicht unter 5 % einstellen; ein Balken darf nicht kleiner als der kleinste Wert der Y-Achse sein; du sollst alle Fragen beantworten, um Punktabzüge zu vermeiden; am Ende kannst du nichts mehr ansehen; und die Zeit läuft weiter, auch wenn du telefonierst.

Danach startet ein Countdown über 36 Minuten. Die Aufgaben kommen in einer festen Reihenfolge: induktiv → deduktiv → numerisch, immer wieder. Multiple Choice gibt es nicht:

  • Induktiv: drei oder vier kleine Figuren (Pentagramm, Hexagramm oder ein Quadrat aus 8 äußeren und 8 inneren Dreiecken) und eine große leere Kopie. Du färbst sie durch Tippen ein; jeder Tipp wechselt weiß → grün → lila gepunktet. Dazu gibt es einen Reset-Knopf (↻) und "Weiter".
  • Deduktiv: (a) Termine von 30 Minuten bis 1,5 Stunden in einen Tagesplan 9–18 Uhr mit grauen Blockern ziehen (30-Minuten-Raster); (b) Rang-Badges 1–6 auf sechs Personen ziehen, anhand von Hinweiskarten; (c) Tage in einem 30-Tage-Kalender markieren.
  • Numerisch: Tortendiagramm per Ziehen einstellen, gestapelte Balken mit ↑/↓ setzen oder Punkte in einem Liniendiagramm verschieben. Fast immer steckt eine lineare Gleichung dahinter.

Bei bis zu 24 Aufgaben hast du etwa 90 Sekunden pro Aufgabe. Beobachtete Eigenheiten: Manche Daten standen nur in Tooltips beim Überfahren der Balken, ein Tooltip blieb über mehrere Aufgaben hängen, und einmal lag "Weiter" knapp unterhalb des sichtbaren Bereichs.

Der OPQ

Der OPQ folgte in der beobachteten Runde wenige Minuten nach dem Fähigkeitstest. Jeder der 104 Blöcke hat zwei Screens: Zuerst "Welche Aussage trifft am ehesten auf Sie zu?" mit drei Aussagen, dann "Welche der beiden verbleibenden Aussagen trifft am ehesten auf Sie zu?". Ein Klick genügt, der Test springt automatisch weiter. Die Aussage, die übrig bleibt, gilt als "am wenigsten zutreffend". Ohne Zeitlimit, mit Fortschrittsbalken (etwa 1 % pro Block) und Zurück-Button. Alles Weitere zu Format und Auswertung findest du im Ratgeber Persönlichkeitstest in der Bewerbung.

Aufgabentypen mit eigenen Übungsaufgaben

Alle Aufgaben sind neu erstellt, aber im echten SHL-Format. Stell dir einen Timer auf 70 Sekunden pro Aufgabe.

1. "Welche Aussage muss wahr sein?"

Fünf Autos parken nebeneinander auf den Plätzen 1–5 (von links): blau, grau, rot, schwarz, weiß.

  • Das rote Auto steht direkt links neben dem weißen.
  • Das weiße Auto steht nicht auf Platz 5.
  • Das blaue Auto steht nicht am Rand.
  • Das schwarze Auto steht weiter rechts als das graue.

(A) Das graue Auto steht auf Platz 1. (B) Das schwarze Auto steht auf Platz 5. (C) Das blaue Auto steht direkt neben dem roten. (D) Das rote Auto steht auf Platz 1. (E) Das weiße Auto steht links vom blauen.

Lösung: (B)

  1. Rot/Weiß belegen 1/2, 2/3 oder 3/4.
  2. Blau braucht einen der Plätze 2–4, Grau steht links von Schwarz.
  3. Möglich sind: R1-W2-B3-G4-S5, R1-W2-G3-B4-S5, G1-R2-W3-B4-S5 und G1-B2-R3-W4-S5.
  4. Schwarz steht in allen vier Varianten auf Platz 5. Die anderen Aussagen stimmen nur in manchen Varianten – sie können wahr sein, müssen es aber nicht.

2. "Welche Aussage kann nicht wahr sein?"

Drei Filialen verkaufen Fahrräder. Filiale X verkauft 12 Räder mehr als Filiale Y. Filiale Z verkauft halb so viele wie X. Jede Filiale verkauft mindestens 10 Räder.

(A) Z verkauft mehr als Y. (B) X verkauft weniger als Y und Z zusammen. (C) Y verkauft eine ungerade Zahl an Rädern. (D) Z und Y verkaufen gleich viele. (E) Zusammen verkaufen die drei genau 88 Räder.

Lösung: (C). Z = (Y + 12) ÷ 2 muss eine ganze Zahl sein, also ist Y + 12 gerade – und damit Y gerade. Die anderen gehen: Y = 10 macht (A) wahr (Z = 11), Y = 12 macht (D) wahr, Y = 14 macht (B) wahr (26 < 14 + 13), Y = 28 macht (E) wahr (28 + 40 + 20).

3. "Welche Annahme liegt der Argumentation zugrunde?"

"Nachdem die Kantine im Oktober kleinere Teller eingeführt hat, hat sie 20 % weniger Essen weggeworfen als im September. Die kleineren Teller haben die Lebensmittelverschwendung also gesenkt."

(1) Kleinere Teller sind in der Anschaffung günstiger. (2) Im Oktober wurden nicht deutlich weniger Essen ausgegeben als im September. (3) Andere Kantinen sollten ebenfalls kleinere Teller einführen. (4) Die meisten Gäste bevorzugen große Teller. (5) Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiges Thema.

Lösung: (2). Wenn im Oktober einfach weniger Gäste kamen, erklärt das den Rückgang auch ohne Teller. Das Argument setzt also stillschweigend voraus, dass die Menge vergleichbar war. (4) schwächt eher, (1), (3) und (5) sind für den Schluss egal.

4. Zinseszins mit knappem Ergebnis

SparplanStartbetragZins p. a.
A10.000 €3,0 %
B10.300 €2,0 %
C9.800 €3,4 %
D10.500 €1,2 %

Welcher Plan ist nach drei Jahren am meisten wert? A / B / C / D / Es herrscht Gleichstand.

Lösung: B. A: 10.000 × 1,03³ ≈ 10.927,27 €; B: 10.300 × 1,02³ ≈ 10.930,44 €; C: 9.800 × 1,034³ ≈ 10.833,97 €; D: 10.500 × 1,012³ ≈ 10.882,55 €. A und B liegen nur gut 3 € auseinander – Schätzen hilft hier nicht, und die Option "Gleichstand" ist genau für dieses Bauchgefühl da. Schließ die klar schwächeren Pläne per Überschlag aus und rechne die zwei engen Kandidaten exakt.

5. Schritt-Aufgabe

Schritt 1: Durch 2 teilen. Schritt 2: Falls das Ergebnis größer als 10 ist, zu Schritt 1 gehen; ansonsten mit Schritt 3 fortfahren. Schritt 3: 5 addieren. Welcher Anfangswert ergibt das größte Ergebnis? 24 / 36 / 44 / 60 / 84

Lösung: 36. Einfach alle durchrechnen: 24 → 12 → 6 → 11; 36 → 18 → 9 → 14; 44 → 22 → 11 → 5,5 → 10,5; 60 → 30 → 15 → 7,5 → 12,5; 84 → 42 → 21 → 10,5 → 5,25 → 10,25. Der größte Startwert liefert hier eines der kleinsten Ergebnisse – genau darauf zielen solche Aufgaben.

6. Interaktiv: nächste Figur einfärben

Ein Quadrat hat acht äußere Felder, im Uhrzeigersinn ab oben links von 1 bis 8 nummeriert. Bild 1: Feld 1 grün, Feld 5 lila. Bild 2: Feld 3 grün, Feld 4 lila. Bild 3: Feld 5 grün, Feld 3 lila. Färbe Bild 4.

Lösung: Feld 7 grün, Feld 2 lila. Grün wandert zwei Felder im Uhrzeigersinn (1 → 3 → 5 → 7), Lila ein Feld gegen den Uhrzeigersinn (5 → 4 → 3 → 2). Auf dem Bildschirm heißt das: Feld 7 einmal antippen (weiß → grün), Feld 2 zweimal (weiß → grün → lila). Kontrolliere das fertige Bild, bevor du auf "Weiter" klickst.

7. Interaktiv: Kalender

Der 1. des Monats ist ein Donnerstag. Ab dem 5. sollen schnellstmöglich drei Audits stattfinden. Jedes Audit dauert 2 aufeinanderfolgende Werktage und darf nicht über ein Wochenende gehen. Zwischen zwei Audits liegt mindestens ein Werktag ohne Audit. Das zweite Audit darf nicht an einem Donnerstag beginnen. An welchen Tagen findet das dritte Audit statt?

Lösung: am 15. und 16.

  1. Der 5. ist ein Montag: Audit 1 am 5./6., Pause am 7.
  2. Audit 2 könnte am 8. (Donnerstag) beginnen – verboten. Der 9. ist ein Freitag, 9./10. ginge über das Wochenende. Also Audit 2 am 12./13. (Mo/Di).
  3. Pause am 14., Audit 3 am 15./16. (Do/Fr).

"Schnellstmöglich" heißt: jeder Termin so früh wie erlaubt. Ein gültiger Plan mit unnötiger Lücke ist falsch.

8. Interaktiv: Balken einstellen

Ein Kurs hatte in Jahr 1 und Jahr 2 zusammen 360 Teilnehmende. In Jahr 2 waren es 25 % mehr als in Jahr 1. In Jahr 1 nahmen 40 % online teil, in Jahr 2 waren 120 Personen online. Stelle für jedes Jahr die Gesamtzahl und den Anteil online/Präsenz ein.

Lösung: Jahr 1: 160 (40 % online, 60 % Präsenz); Jahr 2: 200 (60 % online, 40 % Präsenz). Mit x für Jahr 1 gilt x + 1,25x = 360, also x = 160. Jahr 2 = 200, und 120 von 200 sind 60 %.

Typische Fallen im SHL Test

  • Rückwärtsrechnen in falscher Reihenfolge. Kommt auf einen Betrag erst ein Prozentsatz und dann ein Fixbetrag, ziehst du beim Zurückrechnen zuerst den Fixbetrag ab und teilst dann. Die Option mit vertauschter Reihenfolge stand im echten Test zur Auswahl.
  • Brutto statt netto. "Einsparungen" bedeuten Nutzen minus Kosten. Sowohl der Bruttowert als auch die reinen Kosten tauchten als Optionen auf.
  • Neue Gesamtsumme vergessen. Steigt ein Budgetposten, ändern sich alle Anteile. Der alte Prozentwert ist immer eine Falschoption.
  • Datum vor dem Start. In einer Aktionstabelle lag ausgerechnet der größte Umsatz vor dem Starttermin. Prüfe jede Bedingung für jede Zeile.
  • Dezimalpunkt statt Komma. Eine Option war mit Punkt, die anderen mit Komma gedruckt. Lies die Werte, nicht die Schreibweise.
  • Bildoptionen mit einem Strich Unterschied. Vergleiche die letzten zwei Kandidaten Element für Element.
  • Unsichtbare Daten. Bis zum Tabellenende scrollen, in der interaktiven Version mit der Maus über die Balken fahren.
  • Mehrdeutige Hinweise. Lässt sich ein Hinweis zweifach lesen, probier beide Lesarten; meist geht nur eine auf.
  • Gewinn statt Umsatz, Veränderung statt Anstieg. "Anteil am Gewinn" ist nicht "Anteil am Umsatz", und "größte prozentuale Veränderung" schließt Rückgänge ein.
  • Ein Tipp zu viel. Aus Grün wird Lila. Kontrolliere das Endbild.

So bereitest du dich auf den SHL Test vor

Mit etwa 8–10 Stunden in einer Woche bist du gut aufgestellt:

TagSchwerpunktZeit
1Kostenlose SHL-Übungstests in der Version aus deiner Einladung (Standard oder "Mobile-Enabled, Interactive"). Notiere, wo du am meisten Zeit verlierst.60 Min.
220 Aufgaben "muss / kann nicht wahr sein": alle möglichen Anordnungen aufschreiben.75 Min.
3Prozente, Rückwärtsprozente, Zinseszins, Arbeitsleistung, Anteile. Ziel: 60 Sek. pro Aufgabe.90 Min.
4Matrizen und Figurenfolgen: Regel laut benennen, bevor du die Optionen ansiehst.75 Min.
5Annahmen und Bekräftigungen, dann 15 gemischte Aufgaben in 18 Minuten.75 Min.
6Interaktiv: Tagespläne, Ranglisten, Kalender, Diagramme per Gleichung.60 Min.
7Generalprobe: 30 gemischte Aufgaben in 36 Minuten, ohne Zurückspringen. Jeden Fehler auswerten.60 Min.

Technik: Nimm einen Laptop oder PC mit großem Bildschirm und Maus, schließ alle anderen Tabs, leg Papier und Taschenrechner bereit (sofern die Einladung nichts anderes sagt) und mach vorher den Browser-Check von SHL. Für den OPQ planst du 25 ruhige Minuten ein. Mehr zu Figurenaufgaben findest du unter Matrizen und Figurenfolgen, zu Zahlenaufgaben unter numerische Tests.

Quellen

Porträt von Adrian bei SmashMyTest
Geschrieben von
Adrian, Spezialist

MSc Psychologie, 7 Jahre Testablegen.

Zuletzt aktualisiert: 01.10.2026

FAQ · 8 kurze Antworten

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